Ungebetene Ratschläge als Papa souverän beantworten

Als Hebamme erlebe ich oft, wie sehr ungefragte Ratschläge junge Väter verunsichern. Ich zeige dir vier Sätze, mit denen du souverän reagierst.

Kaum ist das Baby da, scheint jeder plötzlich Experte zu sein. Die eigene Mutter, die Schwiegermutter, die Nachbarin, der Kollege – alle haben einen Ratschlag parat, oft ungefragt, meistens gut gemeint. Ich erlebe in meiner Arbeit als Hebamme immer wieder, wie sehr das gerade junge Väter verunsichert, besonders dann, wenn sie selbst noch am Anfang stehen und ihre eigene Linie erst finden.

Was in solchen Momenten passiert, ist menschlich verständlich: Sobald ein Baby da ist, fühlen sich viele Menschen im Umfeld berufen, ihre eigene Erfahrung weiterzugeben. Das kommt selten aus böser Absicht. Trotzdem kann es dich aus dem Konzept bringen, wenn du noch dabei bist, herauszufinden, was für euch als Familie überhaupt richtig ist.

Deshalb sage ich Vätern in meinen Beratungen immer wieder einen wichtigen Satz: Nur weil jemand einen Ratschlag gibt, heißt das nicht, dass du ihn befolgen musst. Ihr als Eltern entscheidet, was für euer Baby stimmt – niemand sonst. Das klingt einfach, braucht in der Praxis aber oft etwas Übung, besonders wenn der Ratschlag von jemandem kommt, den du nicht vor den Kopf stoßen möchtest.

Hier helfen klare, kurze Sätze, die ich Vätern gerne mitgebe:
„Danke, wir machen das gerade anders.“
„Das haben wir schon mit der Hebamme besprochen.“
„Wir probieren erstmal unseren Weg aus.“
„Wir sagen Bescheid, wenn wir Hilfe brauchen.“

Du musst dich nicht rechtfertigen oder ausführlich erklären, warum ihr euch für einen bestimmten Weg entschieden habt. Eine kurze, freundliche Antwort beendet die Diskussion in den allermeisten Fällen sofort – ohne dass es zum Streit kommt.

Ein Punkt liegt mir dabei besonders am Herzen: Wenn Ratschläge nicht an dich, sondern an deine Partnerin gerichtet sind und sie damit verunsichern, dann stell dich hinter sie. Das stärkt euch als Team nach außen und zeigt allen im Umfeld, wo ihr steht. Genau dieses gemeinsame Auftreten ist es, was ich bei stabilen jungen Familien immer wieder beobachte.

Ihr seid die Eltern. Nicht das Komitee drumherum, das glaubt, es besser zu wissen.

Mehr von mir gibt’s auf Instagram unter @hebamme_fuer_vaeter.

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