Du denkst, als Vater kannst du in der Schwangerschaft noch nicht viel tun? Als Hebamme erkläre ich dir, warum das ein Irrtum ist – und was du konkret tun kannst.
Viele werdende Väter warten auf den Moment, in dem sie „wirklich“ gebraucht werden. Meistens stellen sie sich diesen Moment erst bei der Geburt vor – endlich aktiv sein, endlich helfen können. Bis dahin, denken viele, sei man eher Zuschauer.
Das stimmt nicht. Und als Hebamme erkläre ich Vätern genau das immer als Erstes: Du bist schon jetzt wichtig. Nicht erst ab der Geburt.
Deine Partnerin braucht dich heute, in dieser Phase – jeden Tag, nicht nur in besonderen Momenten. Und du musst dafür nicht perfekt sein. Du musst da sein.
Geh mit zu den Vorsorgeuntersuchungen
Den Herzschlag deines Kindes zum ersten Mal zu hören, zu sehen, wie der Bauch wächst – das ist kein Pflichttermin, den du nur abnickst. Das ist dein Kind. Und du kannst es schon jetzt kennenlernen, bevor es überhaupt da ist. Diese Momente bauen eine Verbindung auf, die später trägt.
Übernimm mehr im Haushalt – ohne dass man dich fragen muss
Deine Partnerin trägt gerade buchstäblich für zwei. Das kostet Kraft, jeden Tag. Schlepp die Einkäufe, koch öfter, räum auf – nicht, weil es von dir verlangt wird, sondern weil sie entlastet sein muss, damit die Schwangerschaft gut verläuft. Genau das ist aktive Vaterschaft: nicht abwarten, sondern handeln.
Bereitet euch gemeinsam vor
Ein Geburtsvorbereitungskurs ist kein Kurs „für die Mutter, an dem der Vater halt mitkommt“. Er macht den Unterschied zwischen einem Papa, der im Kreißsaal hilflos danebensteht, und einem, der weiß, was jetzt zu tun ist. Geh hin. Es lohnt sich – für sie und für dich.
Die Schwangerschaft ist deine erste Chance
Du kannst jetzt schon nicht „nichts tun“ – das ist ein Trugschluss. Die Schwangerschaft ist deine erste echte Gelegenheit, als Vater präsent zu sein. Wer sie nutzt, geht mit einem riesigen Vorsprung in die Zeit nach der Geburt. Nicht, weil er plötzlich alles weiß. Sondern weil er von Anfang an dabei war.
Du musst also nicht auf den „großen Moment“ warten. Er ist längst da – jeden Tag, in den kleinen Dingen.
Mehr über meine Arbeit mit Vätern findest du auf Instagram unter @hebamme_fuer_vaeter.