Dein Baby schläft mit acht Monaten noch nicht durch? Als Babyschlafberaterin erkläre ich dir, warum das die Regel ist – und nicht die Ausnahme.
„Mache ich etwas falsch?“ Diese Frage taucht in der Babyschlafberatung immer wieder auf – meistens nach einer Nacht mit zwei oder drei Aufwachphasen, wenn eigentlich „doch längst Ruhe sein sollte“. Die ehrliche Antwort, die viele Eltern erleichtert: Nein. Du machst nichts falsch. Was hier oft falsch liegt, ist die Erwartung selbst.
Was „Durchschlafen“ eigentlich bedeutet
Schon fünf bis sechs Stunden am Stück, ohne Hilfe beim Wiedereinschlafen, gelten unter Fachleuten als Durchschlafen. Das ist weit entfernt von der „ganzen Nacht“, die viele insgeheim erwarten – oft beeinflusst durch Erzählungen aus dem Bekanntenkreis oder durch Vergleiche in Eltern-Foren, die selten das ganze Bild zeigen.
Warum dein Baby nachts überhaupt aufwacht
Babys haben deutlich kürzere Schlafzyklen als Erwachsene und wachen zwischen den einzelnen Phasen häufiger auf. Hinzu kommt: Das Schlafhormon Melatonin wird erst ab dem dritten bis vierten Monat in nennenswerter Menge gebildet. Vorher fehlt deinem Baby schlicht die biologische Grundlage für einen festen, durchgehenden Rhythmus – unabhängig davon, was du tust oder lässt.
Eine Zahl, die dich entlasten könnte
Erst nach dem ersten Geburtstag schläft etwa die Hälfte aller Kinder tatsächlich durch. Nächtliches Aufwachen bis dahin ist also keine Ausnahme, sondern der Normalfall – auch wenn sich das mitten in der Nacht, wenn du zum dritten Mal aufstehst, ganz anders anfühlt.
Worauf es wirklich ankommt
Nicht jedes Baby muss sofort durchschlafen, damit es eurer Familie insgesamt gut geht. Oft hilft es schon sehr, die Wachphasen am Tag bewusst zu timen und ein ruhiges, wiederkehrendes Abendritual zu etablieren. Das erleichtert das Einschlafen spürbar – auch wenn die Nacht selbst noch nicht durchgehend ruhig verläuft. Kleine Veränderungen am Tag wirken oft stärker auf die Nacht, als man zunächst denkt.
Dein Baby ist nicht das Problem. Und du auch nicht. Häufig ist es nur die Erwartung, die gerade etwas zu hoch hängt – und die sich, mit dem richtigen Wissen im Hintergrund, gut etwas senken lässt.
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