Als Hebamme erkläre ich Vätern, warum die Beikost ab dem 6. Monat ihr Moment ist – und wie Baby-led Weaning die Vater-Kind-Bindung von Anfang an stärkt.
In den ersten Monaten hat Mama oft die Hauptrolle beim Essen. Sie stillt oder gibt die Flasche. Du bist dabei, du bist präsent – aber der Kontakt über Nahrung läuft meist über sie.
Das ändert sich mit dem 6. Monat.
Warum Beikost dein Moment ist
Mit der Beikost fängt etwas Neues an: Du kannst den Löffel halten. Du kannst das Gesicht sehen, wenn dein Kind zum ersten Mal Süßkartoffelpüree probiert – dieses Stirnrunzeln, diesen großen Augenaufschlag, dieses Zögern und dann doch Weitermachen.
Dieser Moment gehört dir. Und du wirst ihn nicht vergessen.
Als Hebamme empfehle ich Vätern ausdrücklich, das Füttern aktiv zu übernehmen. Nicht als Entlastung für Mama – sondern weil es für die Vater-Kind-Bindung ein echter Meilenstein ist.
Wann es losgeht
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt den Start mit Beikost ab dem vollendeten 6. Monat. Das erste Zeichen, dass dein Baby bereit ist: Es schaut eurem Essen interessiert zu und greift danach. Dann darf es losgehen.
Starte mit einem Löffel Gemüsebrei, einmal täglich. Kein Druck, kein Stress. Dein Baby entscheidet, wie viel es nimmt.
Baby-led Weaning: Die Papa-Option
Neben dem klassischen Brei gibt es eine Methode, die ich besonders für Väter spannend finde: Baby-led Weaning. Dabei bekommt dein Baby keine Breimahlzeiten, sondern kleine, weiche Stücke, die es selbst greift und in den Mund steckt.
Banane oder weich gekochte Karotte – dein Baby entscheidet, was und wie viel. Du sitzt daneben und isst mit. Gemeinsame Mahlzeiten von Anfang an.
Das schafft Verbindung. Nicht durch Aufwand, sondern durch Anwesenheit.
Was du wissen musst
Ein paar Dinge sind wichtig: Kein Salz, kein Zucker, kein Honig unter einem Jahr. Immer beim Baby sitzen bleiben. Dein Baby aufrecht halten beim Essen. Und: Es ist völlig normal, dass am Anfang mehr auf dem Gesicht und dem Boden landet als im Mund.
Das ist kein Misserfolg. Das ist Lernen.
Mehr von mir gibt’s auf Instagram unter @hebamme_fuer_vaeter.