Geburtsplan für Väter: 5 Fragen vor der Geburt

Als Hebamme erkläre ich werdenden Vätern, welche 5 Fragen sie vor der Geburt mit ihrer Partnerin klären müssen – damit der Kreißsaal kein Chaos wird.

Im Kreißsaal ist keine Zeit für Diskussionen. Das sage ich allen werdenden Eltern, und ich sage es besonders den Vätern: Was du in einem Wehensturm oder einer Notlage tun willst – das musst du vorher wissen.

Einen Geburtsplan zu haben ist keine Kontrolle über das Unkontrollierbare. Es ist Vorbereitung. Und die gibt dir Sicherheit – auch wenn nichts so läuft wie geplant.

Frage 1: Welche Rolle willst du aktiv übernehmen?

Aktiver Support – Atemübungen mitmachen, Massage geben, Worte sprechen – ist genauso richtig wie einfach da sein und die Hand halten. Beides kann genau das sein, was deine Partnerin braucht.

Aber klärt das vorher. Im Wehen-Modus ist kein Raum mehr für „Was soll ich jetzt tun?“. Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun – ohne zu zögern.

Frage 2: Kennst du die Wünsche deiner Partnerin auswendig?

Bei einem Kaiserschnitt, einer Periduralanästhesie oder einer Notlage kann es sein, dass deine Partnerin gerade nicht sprechen oder entscheiden kann. Dann bist du derjenige, der für eure Familie spricht.

Kennst du ihre Wünsche? Was ist ihr wichtig? Was will sie auf keinen Fall? Das sind keine Fragen für den Kreißsaal – das sind Fragen für heute Abend beim Abendessen.

Frage 3: Wer entscheidet in einer Notsituation?

Das klingt beängstigend. Aber es ist besser, diese Frage zu stellen, als sie in einer schwierigen Situation zum ersten Mal zu hören. Sprecht darüber. Das Team im Kreißsaal arbeitet deutlich besser mit euch zusammen, wenn es klare Ansprechpartner gibt.

Frage 4: Was wollt ihr direkt nach der Geburt?

Möchtest du die Nabelschnur durchschneiden? Soll das erste Bonding auf deiner Brust stattfinden, wenn Mama medizinisch versorgt wird? Wer macht das erste Foto?

Das klingt nach Details. Aber diese Momente sind keine Details – sie sind Erinnerungen fürs Leben. Plant sie, damit ihr sie erleben könnt.

Frage 5: Habt ihr es aufgeschrieben?

Ein Geburtsplan muss kein Roman sein. Eine halbe Seite reicht. „Wir möchten…“, „Bitte fragt uns vorher…“, „Bei Notfall entscheidet…“ – das reicht. Das Team im Kreißsaal ist dankbar für klare Informationen.

Wenn du dich auf die Geburt als Partner vorbereiten möchtest und wissen willst, wie du wirklich aktiv dabei sein kannst, empfehle ich dir meinen Kurs „Dabei statt daneben – Gemeinsam durch die Geburt: Deine Rolle als Partner“. Du lernst dort alles, was du vorher wissen musst.

Mehr von mir gibt’s auf Instagram unter @hebamme_fuer_vaeter.

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