Als Hebamme begleite ich viele Väter durch die Schwangerschaft. Ich erkläre dir, ab wann du die Bewegungen eures Kindes spüren kannst und warum dieser Moment für dich zählt.
Viele Väter beschreiben mir die Schwangerschaft als eine Zeit, in der sie sich wie Zuschauer fühlen. Die Partnerin trägt das Kind, spürt es, verändert sich körperlich – und du stehst daneben und wartest auf deinen eigenen Moment. Ich kann diesen Punkt gut nachvollziehen, denn er ist real: Deine Partnerin spürt die Bewegungen des Kindes meist deutlich früher von innen, als du sie von außen fühlen kannst.
Der Zeitpunkt, ab dem sich das ändert, lässt sich recht genau benennen. Ab etwa der 25. Schwangerschaftswoche kannst du die Bewegungen deines Kindes von außen ertasten. Vorher sind sie oft noch zu leicht oder zu unregelmäßig, um sie durch die Bauchdecke wahrzunehmen. Diese Woche ist also ein guter Orientierungspunkt, wenn du darauf wartest, das erste Mal etwas zu spüren.
Damit es klappt, gebe ich Vätern in meinen Beratungen einen einfachen Tipp mit: Leg deine Hand ruhig auf den Bauch deiner Partnerin, am besten abends. Babys sind im Bauch oft gerade dann aktiver, wenn die Mutter selbst zur Ruhe kommt und sich hinlegt. Der Zeitpunkt macht also einen echten Unterschied dafür, ob du etwas fühlst oder nicht.
Ein zweiter Punkt, den ich Vätern ans Herz lege: Sprich mit eurem Kind. Ab dem dritten Trimester hört euer Baby bereits deine Stimme. Sprich ruhig und leise, denn laute Geräusche mag es in der Regel nicht. Diese frühen Momente – die Hand auf dem Bauch, die ruhige Stimme – sind kein netter Nebeneffekt. Sie sind der Anfang eurer Bindung, lange bevor ihr euch zum ersten Mal in die Augen schaut.
Für viele Väter, die ich begleite, ist genau dieser Moment der erste körperliche Beweis: Da ist wirklich ein Kind, das bald da sein wird. Es ist der Punkt, an dem aus einer abstrakten Vorstellung etwas Greifbares wird.
Du musst nicht schwanger sein, um jetzt schon Vater zu werden. Diese Wochen der Schwangerschaft sind bereits deine Zeit, eine Verbindung aufzubauen.
Mehr von mir gibt’s auf Instagram unter @hebamme_fuer_vaeter.