Du willst es anders machen als dein Vater? Ich erkläre dir als Hebamme, warum genau das dein Kind braucht – und wie du anfängst.
„Mein Vater hat mich nie gehalten.“ Das höre ich als Hebamme öfter, als du denkst. Von Männern, die gerade selbst Vater werden. Und die genau deshalb alles anders machen wollen.
Wenn du das hier liest, gehörst du wahrscheinlich dazu. Und ich sage dir: Das ist gut so.
Du bist nicht dein Vater
Viele Männer sind mit dem Bild aufgewachsen: Papa arbeitet, Mama kümmert sich. Der Vater war da, aber nicht wirklich nah. Keine Umarmung, keine Tränen, keine Unsicherheit zeigen. Das war die Norm. Aber es war nicht richtig. Dass du heute fragst, wie du es anders machen kannst, zeigt schon, dass du einen anderen Weg gehst.
Gefühle zeigen ist keine Schwäche
Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder Väter, die sich zusammenreißen, obwohl sie am Limit sind. Weil sie glauben, sie müssen stark sein. Aber dein Baby braucht keinen starken Vater. Es braucht einen ehrlichen. Einen, der sagt: „Ich bin überfordert.“ Oder: „Ich hab Angst.“ Das ist kein Versagen. Das ist Vorbild sein.
Präsenz statt Perfektion
Du musst nicht alles richtig machen. Du musst nicht die perfekte Windel wickeln oder genau wissen, warum dein Baby weint. Du musst da sein. Wickeln, obwohl du unsicher bist. Trösten, obwohl du nicht weißt, was los ist. Dranbleiben, auch wenn es schwer ist. Das reicht. Wirklich.
Frag dich: Was hat mir gefehlt?
Das ist die wichtigste Frage, die du dir stellen kannst. Was hat dir als Kind gefehlt? Nähe? Worte? Zeit? Genau das kannst du deinem Kind jetzt geben. Nicht irgendwann. Jeden Tag. Ab heute.
Du musst dafür kein Buch lesen und kein Seminar besuchen. Du musst nur eine Entscheidung treffen: Ich bin da. Ich zeige Gefühle. Ich bleibe dran.
Du musst kein perfekter Vater sein. Nur ein bewusster. Der Rest kommt von allein.
Mehr von mir gibt’s auf Instagram unter @hebamme_fuer_vaeter.